Warum habe ich dieses Projekt entwickelt?
Zunächst möchte ich erklären, warum ich dieses Projekt entwickelt habe. Seit ungefähr fünf Jahren gehe ich regelmäßig zur Therapie, und das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich glaube wirklich, dass jeder durch eine Therapie die Fähigkeit entwickeln sollte, die eigenen Gedanken und Gefühle zu beobachten und sich dadurch selbst besser kennenzulernen. Ich denke außerdem, dass Therapiesitzungen dabei eine sehr große Hilfe sind. An dieser Stelle stellt sich eine Frage: Kann künstliche Intelligenz eine Therapiesitzung wie ein Mensch durchführen? Über diese Frage ließe sich natürlich sehr viel schreiben; doch soweit ich es aus meiner eigenen Erfahrung erkannt habe, ist Therapie im Grunde eine Verantwortung, die man übernehmen muss. Damit meine ich Folgendes: Ob man im Therapieprozess Fortschritte macht oder nicht, liegt vollständig in der Hand des Patienten. Der Therapeut versucht eigentlich nur, dir die richtige Frage zu stellen; er zeigt dir Wege, auf denen du Wahrheiten über dich selbst entdecken kannst, aber ob du diese Wege gehst, liegt ganz bei dir. Eine Szene aus dem Film Adieu Lacan fasst auch die Aufgabe des Therapeuten sehr schön zusammen: „Du interessierst dich nicht für das, was ich sage; was ich nicht sage, weckt dein Interesse.“ Mir ist aufgefallen, dass künstliche Intelligenz den Therapeuten auch in dieser Hinsicht sehr gut nachahmt und erfolgreiche Analysen liefert. Auch sie interessiert sich für das, was du nicht sagst, und stellt dazu Fragen. Mit dem richtigen Prompt und der richtigen Anleitung kann sie einem Menschen wirklich die richtige Frage stellen. Ob du diese Frage beantwortest oder darüber nachdenkst, liegt ganz bei dir. Mit anderen Worten: Weder künstliche Intelligenz noch ein Therapeut können einem Menschen helfen, der sich nicht selbst hinterfragen möchte.